Fleisch online kaufen – der aktuelle Marktüberblick des Onlinehandels

Lebensmittel online zu versenden gilt noch immer als „the next big thing“. Immer mehr Händler nutzen die Möglichkeiten,, zum Verzehr bestimmte Produkte über E-Shops zu vertreiben. Eine ganz besondere Rolle spielen dabei Frischeprodukte wie Fleisch, Wurst, Käse, Milch etc.

Unter dem Titel „E-Food – Stärken beim Kundenservice, Schwächen in der Kühlkette“ erscheint nun eine umfangreiche uns sehr interessante Bestandsaufnahme von Onlineshops im Bereich frischer Lebensmittel. Der ausführliche Bericht wurde vom Team der Verbraucherzentrale Brandenburg im Rahmen einer Marktanalyse unter deutschlandweit versendender Online-Händler von frischen Lebensmittel durchgeführt. Anhand von Testkäufen wurden verschiedene Aspekte getestet, die in interessante Rückschlüsse zulassen.

© Verbraucherzentrale Brandenburg e. V.

 

Zwei Erkenntnisse lassen sich als Zusammenfassung vorausschicken:

Longtail gewinnt:

Fach- und Spezialitätenhändler finden im Onlinehandel einen wertvollen Absatzkanal, der ihnen im Bereich der stationären Lebensmittelketten meist verschlossen bleibt. Sie nutzen online die Möglichkeit, ihre Spezialprodukte professionell in Szene zu setzen und so für ihre Zielgruppe zugänglich zu machen. Dies ist eine Win-Win-Situation, denn Konsumenten stehen damit Angebote zur Verfügung, die sie im stationieren Handel nur schwer finden würden. Hier entsteht vor allem auch für Kunden jenseits der großen Ballungsgebiete ein lukratives Angebot.

Immer schön cool bleiben:

Eine Herausforderung beim Versand von Frischeprodukten liegt im Aufrechterhalten der Kühlkette. Dr. Kirsti Dautzenberg, Teamleiterin Marktwächter Digitale Welt kommentiert die Ergebnisse:

Teilweise kamen diese Waren mit derart erhöhten Temperaturen an, dass hier von einer Unterbrechung der Kühlkette auszugehen war.

An dieser Stelle zeigt sich, das Onlinehandel nicht beim eigenen Shop aufhört und der gesamte Kaufprozess erst an der Haustür endet. Lebensmittelversender werden somit verstärkt ein Augenmerk auf den Logistikpartner und der Verpackung legen. Die Verpackungsindustrie bietet seit Langem geeignete Lösungen an, Ware bei konstanter Temperatur zu versenden. Jedoch schlagen diese mit Kosten zu Buche, die im Lebensmittelbereich, auch bei Premium-Produkten, nicht einfach refinanzierbar sind. Mit den richtigen Konzepten sollte dieses Thema aber in den Griff zu bekommen sein und den Frischeversand von Lebensmittel weiter Auftrieb geben.

Aktuell kann der Frische-Markt noch als Nische bezeichnet werden, der den Teilnehmern die Möglichkeiten einräumt, mit vergleichsweise geringem Wettbewerb neben Erfahrungen auch Marktanteile zu gewinnen. Aber über Kurz oder Lang ist davon auszugehen, dass auch in diesem Sortimentsbereich der Wettbewerb entstehen wird, den wir von Fashion und Technik kennen. Insofern heißt es für Unternehmen der Branche, eine Investition zu prüfen, bevor die Wurst gegessen ist (den Kalauer musste ich hier unterbringen).

Die Studie ist weitaus umfangreicher, als hier zusammengefasst. Lesen Sie die ganze Studie hier: Marktwächter.de

Titelbild: Lukas Budimaier / Unsplash

  1. Interessanter Beitrag aber ich Persönlich halte nicht viel von, Lediglich bei Älteren Leuten macht es Sinn da Bewegung etwas eingeschränkt ist.

    • Aus Konsumentensicht nicht zu vergessen ist auch die Möglichkeit, regionale Sortimente kaufen zu können.

      Aus Sicht von Manufakturen, die online eine größere Kundengruppe erreichen können und so nicht auf Ketten mit ihrem bekannten Preisdruck angewiesen sind, kann ebenfalls ein positiver Effekt gesehen werden.

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