Individualisierbare Produkte sind bei Konsumenten gefragt

Das aktuelle Consumer Barometer von IFH Köln und KPMG zeigt: drei von vier Konsumenten haben schon einmal ein individualisiertes Produkt gekauft oder können sich dies sehr gut vorstellen. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, für solche Artikel einen Aufpreis zu bezahlen. Diese Art des Angebotskonzeptes bezeichnet man als „Mass Customization“:

Mass Customization (auf Deutsch auch als kundenindividuelle Massenproduktion oder seltener als individualisierte Massenfertigung bezeichnet) ist ein strategisches Unternehmens- und Produktionskonzept, in dem einerseits die Vorzüge der Massenproduktion (wie Skaleneffekte, Erfahrungskurvenvorteil, Automatisierung) genutzt werden, und andererseits dem wachsenden Wunsch des Kunden nach einem auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen individuellen Produkt Rechnung getragen wird. Mass Customization ist auch ein wesentliches Ziel der Industrie 4.0.

Quelle: Wikipedia

Die Mehrheit der Konsumenten in Deutschland zeigt ein deutliches Interesse an individualisierbaren Produkten. Die Ergebnisse der Befragung von rund 500 Konsumenten, machen das Potenzial von Produktindividualisierungen für Händler und Hersteller deutlich. So haben drei von zehn befragten Konsumenten schon einmal ein Produkt nach ihren Wünschen gestaltet. Knapp die Hälfte hat zwar noch nie ein maßgeschneidertes Produkt gekauft, kann sich dies aber sehr gut vorstellen. Aktuell landen besonders häufig individuell gestaltete Lebensmittel sowie Fashion-Artikel im Warenkorb.

Im Erlöskampf der Händler besonders spannend: ein Aufpreis wird akzeptiert. Drei von fünf Konsumenten, die schon einmal ein speziell angefertigtes Produkt gekauft haben, erwarten, dass zukünftig öfter Individualisierungen angeboten werden. Diesen Wunsch äußern auch 43 Prozent der Shopper, die zwar noch keine Produkte nach ihren Wünschen gestaltet haben, sich dies aber sehr gut vorstellen können. Zudem sind 55 Prozent derjenigen, die schon einmal ein maßgeschneidertes Produkt gekauft haben, sowie 48 Prozent der Interessierten bereit, für diese Artikel einen Aufpreis zu bezahlen. Auch die befragten Experten bestätigen die Bereitschaft der Konsumenten, für individualisierte Waren mehr Geld auszugeben.

Individualisierte Produkte werden aktuell besonders von jüngeren Konsumenten und jenen mit einem hohen Einkommen gekauft. Aber auch andere Zielgruppen bekunden ihr Interesse, Artikel individuell zu gestalten. Für Händler und Hersteller gilt es genau zu analysieren, zu welchen Kundengruppen das eigene Angebot passt, um so das Potenzial von Customization für das eigene Unternehmen zu ermitteln. Denn hochwertige, maßangefertigte Möbel sprechen andere Konsumenten zu anderen Kaufanlässen an als selbst gestaltete Geschenkartikel“

Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 30 Prozent der befragten Konsumenten haben mindestens schon einmal ein individualisierbares Produkt gekauft.
  • 47 Prozent der befragten Konsumenten haben zwar noch nie ein individualisierbares Produkt gekauft, können sich dies aber sehr gut vorstellen.
  • 60 Prozent der Nutzer von Produktindividualisierungen unter den befragten Konsumenten erwarten, dass zukünftig mehr Unternehmen individualisierbare Produkte anbieten.
  • 55 Prozent der Nutzer von Produktindividualisierungen unter den befragten Konsumenten sind bereit, für ein nach ihren Wünschen individualisiertes Produkt mehr zu bezahlen als für ein gleichwertiges Massenprodukt.

Vertreter von individualisierbaren Produkten sind z.B. MyMüsli (Müsli), Spreadshirt (Textilien) und matmaker (Fußmatten).

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