Neulich traf ich mich mit einem Freund zum Mittagessen. Beim japanischen Restaurant meines Vertrauens. Ich aß Miso-Ramen mit Tofu, er Udon mit Hühnchen. Klar kamen wir auf das Thema vegan. Aber nur wegen dem Tofu. Er erzählte mir, dass er noch nie gutes Tofu gegessen habe. Die aus dem Supermarkt schmecken ja nicht und er möchte auch nicht extra in Spezial-Restaurants gehen, die guten Tofu zubereiten. Zudem kenne er die ja auch nicht. Und weil dieses Gespräch nicht das erste in dieser Art war, fange ich hiermit jetzt mal an, unsere Essen nicht nur für Instagram zu fotografieren, sondern auch mal ein paar Blicke in den Kochtopf zu geben.

Das soll hier nicht als Tofu-Terror verstanden werden. Esst eure Tiere. Alles prima. Aber ich kann´s nicht mehr hören, wenn mir Menschen erzählen, sie müssen ja Rinder, Schweine, Hühnchen essen, weil Tofu und Linsen wie Altpapier mit Waschbärschweiß schmecken. Es ist wie bei allen Lebensmitteln eine Frage der Zubereitung. Also. Los geht´s.

Heute backen wir knusprigen Tofu im Erdnussmantel für Dummies

Du nimmst einen festen Naturtofu (ca. 400 g) und presst ihn aus. Knall ihn auf einen Teller, stell was Schweres drauf und warte ne Stunde. Kipp das Wasser weg und fertig. Tat noch nicht weh, oder?

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Dann schnibbelst du den Tofu in stäbchengerechte Stücke. Ein Messer kannst du bedienen? Strike. Du schaffst das! Falls nicht, nimm die Finger. Die können das auch.

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Nun kippst du Öl auf die Würfel und suhlst die in Maisstärke. Quasi so, wie du das bei deinen frittierten Chickenwings auch machst. Kennste? Gut! Mach in der Zwischenzeit mal deinen Backofen auf 180 Grad Umluft an.

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Wenn du die paniert hast, wirf sie auf ein Backblech und versenke die Würfel solange im Ofen, bis die von außen leicht bräunlich werden. Aber nur leicht, nicht zu doll. Nimm also vorher die Sonnenbrille ab, sonst könnte das schief gehen.

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Während dein Experiment im Ofen knusprig wird, rührst du die Marinade an. Nimm eine kleine Schale und da kommt rein:

  • 60g Erdnussmus
  • 2 Knoblauchzehen (gepresst)
  • 1 kleines Stück Ingwer (3-4cm, gerieben) (wie haben das vergessen, kannst du auch weglassen)
  • 1 Limette (Saft einer Hälfte)
  • 3 Esslöffel Sojasauce
  • 3 Esslöffel Wasser
  • 2 Esslöffel Ahornsirup
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Esslöffel Sesamöl
  • 1 Teelöffel getrockneter Koriander
  • 1/2 Teelöffel Garam Masala
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1/2 Teelöffel Chiliflocken (haben wir weggelassen und später drüber gestreut)

Den Bums kippst du dann über den leicht gebräunten Tofu (nimmt den vorher aus dem Ofen). Am besten kippst du alles in eine Schüssel, damit du das gut durchrühren kannst. Wir haben´s auf einem Teller gemacht. Mussten danach den Fußboden wischen.

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Und dann heißt es: ab in den Ofen mit dem marinierten Tofu und ihn bei 180 °C ca. 8 Minuten knusprig backen. Das war´s. Du hebst im besten Fall etwas von der Erdnuss-Sauce auf und tauchst dir die Happen beim Essen direkt nochmal rein. Dazu gibt´s Reis und was auch immer du dir dazu machen willst. Gemüse geht immer.

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Uns hat das ziemlich gut geschmeckt und darum werfe ich dieses Rezept als erstes in den Ring. Nur für dich 👁️. Viel Spaß bem Nachmachen.

Bisschen was mit Zahlen

Massentierhaltung ist nicht nur ein Tierwohl-Drama, sie pustet auch ordentlich Klimagase in die Luft. Rinder zum Beispiel sind echte Methan-Schleudern – ein Treibhausgas, das rund 25-mal klimaschädlicher als CO₂ ist. Wenn du den Anteil der gesamten Tierhaltung (nicht nur Methan, sondern alle Treibhausgase, inkl. CO₂ durch Abholzung, Düngung etc.) betrachtest, dann kommst du auf ca. 12 % bis 15 % des Gesamt-Treibhausgasausstoßes.

Noch spannender wird’s beim Thema Soja: Ca. 80 % der weltweiten Sojaernte landet im Futtertrog von Schweinen, Rindern & Hühnern.

Für die direkte Ernährung von uns Menschen bleiben gerade mal rund 7 % übrig. Mit anderen Worten: Wir roden Regenwälder, um Tiere zu mästen – und könnten mit derselben Fläche stattdessen unzählige Menschen satt machen.