Im Gespräch mit einem Freund, der in Ermangelung von floralem Fachwissen einen Garten- und Landschaftsbauer hat antreten lassen, um seinen Garten zu planen und zu gestalten, wollte ich wissen, wie weit KI-Systeme heute sind und habe ein Experiment gestartet, dass ich dir hier in seiner Gänze zeige.
Wenn du mein Blog liest, mich kennst, weißt du, dass ich etwas Ahnung vom Thema Garten habe. In einer prähistorischen Zeit habe ich den Titel Dipl.-Ing. für Landespflege mit Schwerpunkt GALA-Bau und Umwelt erworben. Nicht zu vergessen, dass ich 10 Jahre Einkäufer für Pflanze in der OTTO Gruppe war. Etwas Vorkenntnis hab ich also. Aber du wirst staunen, wie total egal das ist!
Die Ergebnisse, die ich dir hier vorstellen werde, sind innerhalb von 15 Minuten entstanden. Kein Witz!
So bin ich vorgegangen:
- ich hab ein Foto von einem Bereich unseres Vorgartens (eine Nord-Ost-Lage) aufgenommen
- ich habe ChatGPT einen Prompt geschrieben
- ich habe GEMINI gebeten, die Pflanzenliste von ChatGPT zu prüfen.
- ich habe ChatGPT gebeten, mir die Planung noch für die Jahreszeiten zu visualisieren (am Ende des Beitrags ansehen!)
ChatGPT ist der perfekte Gartenplaner
Mindblowing. So würde ich es formulieren. Während ChatGPT vor einem Jahr noch nicht einmal wusste, dass Sommerflieder ein invasiver Neophyt ist, erstellt das System heute eine nahezu perfekte Sortenliste und ist in der Lage, eine korrekte Stückliste, einen Pflanzplan und eine Kostenschätzung zu erstellen – und das alles ohne zusätzliches Eingreifen des Nutzers. Und das alles ohne zusätzliches Eingreifen des Nutzers. Es fehlt nur noch der letzte Schritt, dass ChatGPT die Produkte direkt bei der Baumschule und der Staudengärtnerei bestellt. Aber auch diese Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange. Dass Gemini in seiner Kontrollaufgabe als zweite KI zum Einsatz kommen kann, zeigt, wie stabil KI auch bei der Gartenplanung eingesetzt werden kann.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie komplex der Prozess ist, Pflanzen zusammenzustellen, sie zu visualisieren und schließlich zu kaufen. Ich habe so etwas 10 Jahre lang in meiner Position als Einkäufer bei OTTO gemacht – das hat Wochen gedauert. Es brauchte Spezialisten, die solche Pflanzenpläne erstellten und visualisierten.
Braucht es Fachwissen eigentlich noch? Nein, nicht wirklich, denn ChatGPT hätte im Interview mit mir alle Details herausgefunden, um seine Arbeit genauso professionell zu machen. Ganz im Gegenteil sogar: schau ich mir neu geplante Gärten unter Aspekt der Pflanzenauswahl an, dann zeigt ChatGPT hier in dem Experiemnt, dass es jeden GALA-Bauer outperformen kann und mehr für Biodiversität in den heimischen Gärten tuen kann. Man muss es dem Ding natürlich sagen.
Aber nun lass uns schauen, wovon ich so begeistert rede:
Der Prompt für ChatGPT 5.2 Thinking lautete:
Anbei ein Foto einer Ecke meines Garten. Agiere als Gartenarchitekt. Plane mir die Neuanpflanzung der Ecke. Es ist eine Nord-Ost-Lage. Verwende ausschließlich heimische Pflanzen. Keine neophyten, keine invasiven neophyten. Ich möchte dort wenn möglich ein paar Kräuter, Stauden, halbhohe blühgehölze. Keine Hecken im klassischen Sinn. Etwas totholz für Insekten. Schreibe mir nach deiner Visualisierung (Sommer-Optik) auch eine Liste der verwendeten Pflanzen.
Hier ist das Ergebnis:
Hier ist der komplette Output von ChatGPT:
Super – hier ist die Sommer-Visualisierung deiner Nord-Ost-Ecke mit naturnaher, heimischer Bepflanzung, Kräutern, Stauden, halbhohen Blühgehölzen und Totholzstruktur für Insekten.
Wichtig vorweg: In der generierten Ansicht sind ein paar Arten optisch „in Richtung Gartenstil“ interpretiert. Unten bekommst du deshalb eine saubere, ausschließlich heimische Pflanzliste als umsetzbaren Realplan (ohne Neophyten).
Pflanzplan (heimisch, Nord-Ost-tauglich)
1) Halbhohe Blühgehölze (Struktur, 1,5–3 m)
- Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) – Blüte + Beeren, wertvoll für Insekten/Vögel
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) – robust, Blüten + Herbstfärbung
- Eberesche kleinbleibend erzogen (Sorbus aucuparia) – ökologisch sehr wertvoll
- Hundsrose (Rosa canina) – offen, nicht als Hecke, Hagebutten
2) Stauden (Blühaspekt von Frühjahr bis Spätsommer)
- Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)
- Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium)
- Margerite (Leucanthemum vulgare)
- Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
- Natternkopf (Echium vulgare) – sonnigere Teilbereiche
- Gewöhnlicher Dost / Wilder Majoran (Origanum vulgare)
- Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)
- Wilde Karde (Dipsacus fullonum) als einzelner Akzent (2-jährig)
3) Heimische „Kräuter“-Zone (essbar/duftend, trockenere Vorderkante)
- Echter Thymian (Thymus pulegioides bzw. regional Thymus serpyllum)
- Wilder Majoran (Origanum vulgare)
- Schnittlauch (Allium schoenoprasum, heimisch in Teilen Mitteleuropas)
- Bärlauch (Allium ursinum) für halbschattigere, frischere Teilzone
- Pimpinelle (Sanguisorba minor)
4) Ökostruktur
- Totholzstamm/2–3 stärkere Äste (sonnig-halbschattig liegend, teilweise Bodenkontakt)
- Kleine Sandlinse/Kiesinsel (offene Bodenstelle für bodennistende Wildbienen)
- Laubmulch-Inseln unter Gehölzen (Überwinterungsquartier)
Vorschlag für die Anordnung in deiner Fläche
- Hinten rechts (Wandnähe): 2–3 Blühgehölze (Schneeball, Hartriegel, Hundsrose), locker versetzt
- Mitte: höhere Staudeninseln (Schafgarbe, Flockenblume, Margerite, Karde als Solitär)
- Vorne am Weg: niedrige Kräuterbänder (Thymian, Dost, Pimpinelle, Schnittlauch)
- Rechts vorne: Totholzgruppe mit kleiner Sandfläche
- Um die Wärmepumpe herum: niedrige, luftige Stauden (mind. 60–80 cm Wartungsabstand)
Kurz zur Pflege (damit es stabil schön bleibt)
- Im 1. Jahr: regelmäßig wässern (anwachsen lassen), danach deutlich weniger
- 1x/Jahr Rückschnitt erst spät im Winter (Stängel als Insektenquartier stehen lassen)
- Kein Rindenmulch auf Kräuter-/Wildstaudenflächen, besser mineralisch + punktuell Laubmulch
- Keine Volldüngung – eher mager halten, dann bleiben Wildstauden standfest und blühfreudig
Für ca. 25 m² (5 × 5 m) bekommst du hier eine konkrete, heimische Einkaufsliste mit Mengen, sinnvollen Pflanzabständen und grober Budgetorientierung.
Einkaufsliste (heimisch, Nord-Ost, 25 m²)
A) Gehölze (Gerüst / halbhoch)
- Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) – 1 Stk, Qualität: C5–C7,5 (Container)
- Cornus sanguinea (Roter Hartriegel) – 1 Stk, Qualität: C5–C7,5
- Rosa canina (Hundsrose) – 1 Stk, Qualität: C3–C5
- Sorbus aucuparia (Eberesche) – 1 Stk, Qualität: Solitär 125–150 cm (oder Heister), optional kleinbleibend/locker erzogen
- Summe Gehölze: 4 Pflanzen
B) Stauden (naturnahe Blühfläche)
Ziel: Ø 7–8 Stauden/m² auf ca. 14 m² → rund 100–110 Stauden gesamt (der Rest der Fläche geht an Gehölzbereiche, Kräuterband, Totholz/Sandlinse, Wegekante)
- Salvia pratensis (Wiesen-Salbei) – 14 Stk
- Achillea millefolium (Schafgarbe) – 12 Stk
- Leucanthemum vulgare (Margerite) – 12 Stk
- Centaurea jacea (Wiesen-Flockenblume) – 12 Stk
- Origanum vulgare (Wilder Dost) – 14 Stk
- Scabiosa columbaria (Tauben-Skabiose) – 10 Stk
- Sanguisorba minor (Kleiner Wiesenknopf/Pimpinelle) – 8 Stk
- Echium vulgare (Natternkopf) – 8 Stk
- Dipsacus fullonum (Wilde Karde, 2-jährig) – 6 Stk
- Campanula rotundifolia (Rundblättrige Glockenblume) – 10 Stk
- Summe Stauden: 106 Stk
C) Kräuterzone (vordere Kante, 4–5 m²)
- Thymus serpy- llum / T. pulegioides (heimischer Thymian) – 12 Stk
- Allium schoenoprasum (Schnittlauch) – 8 Stk
- Allium ursinum (Bärlauch, halbschattig-frischer Bereich) – 12 Zwiebeln/Pflanzen
- Summe Kräuter: 32 Einheiten
D) Öko-Elemente & Material
- Totholz (Hartholzstamm + 2–3 dicke Äste, 80–150 cm) – 1 Set
- Sand für offene Sandlinse (0/2 ungewaschen) – ca. 0,25 m³
- Mineralischer Splitt/Kies 2/5 (für magere Staudeninseln) – ca. 0,5 m³
- Kompost (nur punktuell für Pflanzlöcher Gehölze) – ca. 200–300 L
- Mulch aus Laub/Häcksel (nur unter Gehölzen, nicht flächig über Wildstauden) – 5–8 Säcke
- Pflanzabstände (wichtig für ruhiges Bild)
- Gehölze: 1,5–2,5 m Abstand (zur Mauer mind. 80 cm, besser 1 m)
- Stauden hoch (z. B. Karde/Natternkopf): 45–60 cm
- Stauden mittel: 35–45 cm
- Niedrige Kräuter (Thymian): 25–30 cm
- Zur Wärmepumpe: mind. 80 cm frei lassen (Service + Luftzirkulation)
Grober Kostenrahmen (realistisch, je nach Qualität/Baumschule)
- Gehölze: 220–450 €
- Stauden (106 Stk, Ø 3,5–5,5 €): 370–580 €
- Kräuter/Zwiebeln: 90–180 €
- Material (Sand/Splitt/Kompost/Mulch/Totholz): 150–350 €
- Gesamt: ca. 830–1.560 €
Einkaufs-Checkliste kompakt (copy/paste)
- 1× Viburnum opulus
- 1× Cornus sanguinea
- 1× Rosa canina
- 1× Sorbus aucuparia
- 14× Salvia pratensis
- 12× Achillea millefolium
- 12× Leucanthemum vulgare
- 12× Centaurea jacea
- 14× Origanum vulgare
- 10× Scabiosa columbaria
- 8× Sanguisorba minor
- 8× Echium vulgare
- 6× Dipsacus fullonum
- 10× Campanula rotundifolia
- 12× Thymus serpyllum/pulegioides
- 8× Allium schoenoprasum
- 12× Allium ursinum
- Totholz-Set, 0,25 m³ Sand, 0,5 m³ Splitt, 200–300 L Kompost, 5–8 Säcke Laubmulch
Danach gabs noch den Pflanzplan als PDF:
Ich möchte betonen, dass ich zu keiner Zeit irgendwelche individuelle Anforderungen oder Anpassungen gestellt habe. Auch eine inhaltlich Korrektur schien mir bis zu diesem Moment nicht notwendig. Dennoch wissen wir alle: KI kann Fehler machen. Also habe ich GEMINI, die KI von Google mit der Kontrolle mit diesem Prompt beauftragt:
Bitte prüfe, ob die folgenden pflanzen heimisch sind, keine neophyten und keine invasiven neophyten. prüfe ob diese einen nord-ost-standort vertragen: (hier kamen dann die Pflanzen als Copy&Paste)
Das Ergebnis von GEMINI:
Das ist ein hervorragend durchdachter Pflanzplan! Du hast eine Auswahl getroffen, die ökologisch extrem wertvoll ist. Hier ist der Check basierend auf deinen Kriterien (Heimisch, Kein (invasiver) Neophyt, Nord-Ost-Standort):
1) Halbhohe Blühgehölze
Diese Auswahl ist perfekt für einen Nord-Ost-Standort. Im Nord-Osten hast du meist Morgensonne und ab dem Mittag Schatten, zudem ist es oft etwas kühler und feuchter.
- Gemeiner Schneeball & Roter Hartriegel: Beides absolute Treffer. Sie lieben die Frische und Halbschatten. Heimisch: Ja.
- Eberesche: Sehr robust. Auch im Halbschatten vital, trägt dort aber eventuell etwas weniger Früchte als in Vollsonne. Heimisch: Ja.
- Hundsrose: Sie kommt mit Halbschatten klar, braucht aber für eine reiche Blüte zumindest ein paar Stunden direktes Licht (Morgensonne reicht meist aus). Heimisch: Ja.
2) Stauden (Die Herausforderung im Nord-Osten)
Hier müssen wir genauer hinschauen. Die meisten klassischen “Wiesenblumen” sind Sonnenanbeter.
| Pflanze | Status | Nord-Ost Eignung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Wiesen-Salbei | Heimisch | Bedingt | Braucht eigentlich viel Sonne; im Schatten mickert er und blüht kaum. |
| Schafgarbe | Heimisch | Gut | Sehr anpassungsfähig, verträgt Halbschatten problemlos. |
| Margerite | Heimisch | Gut | Funktioniert wunderbar im Halbschatten. |
| Wiesen-Flockenblume | Heimisch | Gut | Kommt mit wechselnden Lichtverhältnissen gut klar. |
| Natternkopf | Heimisch | Kritisch | Er ist ein Sonnen- und Trockenheitsspezialist. Im Nord-Osten oft zu dunkel/feucht. |
| Dost / Wilder Majoran | Heimisch | Gut | Überraschend schattentolerant für ein Küchenkraut. |
| Tauben-Skabiose | Heimisch | Bedingt | Bevorzugt warme, sonnige Plätze. |
| Wilde Karde | Heimisch | Gut | Solange es nicht tiefschattig ist, wächst sie überall. |
3) Kräuter-Zone & Essbares
- Bärlauch: Der Star für den Nord-Osten! Er liebt genau dieses kühle, halbschattige Klima unter Gehölzen. Heimisch: Ja.
- Schnittlauch & Pimpinelle: Funktionieren im Halbschatten sehr gut. Heimisch: Ja.
- Thymian: Hier ist Vorsicht geboten. Die heimischen Arten (Thymus pulegioides) brauchen viel Licht und einen sehr mageren, durchlässigen Boden. Platziere ihn an der hellsten, äußersten Kante.
Zusammenfassung & Analyse
- Heimisch-Check: Alle von dir gelisteten Pflanzen sind in Mitteleuropa heimisch. Es sind keine invasiven Neophyten dabei.
- Standort-Check: Die Gehölze und die Kräuter (außer Thymian) passen hervorragend. Bei den Stauden solltest du den Natternkopf und den Wiesensalbei wirklich an die hellste Stelle setzen, die du finden kannst.
Tipp für die Ökostruktur:
Da ein Nord-Ost-Standort tendenziell feuchter ist, wird dein Totholz schneller bemoosen und zersetzt werden – das ist großartig für Käferlarven! Achte bei der Sandlinse darauf, dass sie an der hellsten Stelle liegt, da bodennistende Wildbienen Wärme brauchen, um aktiv zu werden.
Ein kleiner Optimierungsvorschlag:
Falls es in einer Ecke des Nord-Ost-Beets besonders schattig ist, könntest du noch die Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) ergänzen. Sie ist heimisch, wunderschön und ein echter Spezialist für halbschattige Säume.
Die Planung in visueller Form nach Jahreszeiten
Natürlich wollte ich auch wissen, wie sich das Beet im Verlauf eines Jahres verändert. Deshalb habe ich die Jahreszeiten simulieren lassen. Ich finde, der Garten kann sich sehen lassen.
Wie geht´s weiter?
In dieser Woche hat Klarna bekanntgegeben, sich dem Standard von Google anzuschließen, damit KI-Agenten auch die Bezahlung von Onlineinkäufen strukturiert durchführen können. In spätestens einem Jahr wird hier unter diesem Beitrag die Ergänzung stehen, dass ChatGPT die Produkte in den jeweiligen Mengen direkt in der Shopping-Umgebung von OpenAI bestellt hat. Wir integrieren bereits heute die Produktfeeds unserer Kunden über die OpenAI-Shopping-Schnittstelle. In den USA wird ChatGPT-Shopping bereits getestet.
Braucht´s jetzt nur noch jemand, der die Pflanzen einbuddelt.