Es gibt in Gartenforen diesen alten Witz, der ungefähr so geht:
„Im Juli schließt man sein Auto nicht wegen Diebe ab – sondern, damit einem niemand heimlich Zucchini auf den Rücksitz legt.“
Und auch wenn der Spruch vermutlich irgendwo zwischen Bauernregel und Nachbarschaftshumor erfunden wurde: Er trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Denn wer einmal eine Zucchini-Pflanze im Beet hatte, weiß: Es reicht. Eine. Pflanze. Und trotzdem pflanzen wir jedes Jahr drei, sicherheitshalber, nachdem uns Schnecken mal unsere einzige Pflanze geklitt haben. Ergebnis: Ertrag wie aus einer Gemüsefabrik.
Und dann geht’s los: Erst isst man Zucchini mit Begeisterung. Dann gibt’s Zucchini gegrillt, gebraten, gebacken. Dann Zucchini im Kuchen (ja, geht wirklich). Und irgendwann ertappt man sich dabei, wie man sich nachts anschleicht, um den überdimensionierten „Knüppel“ heimlich in die Biotonne zu stopfen – in der Hoffnung, niemand merkt’s (Nope, Lebensmittel werden nie verschwendet!).
Die Nachbarn? Anfangs noch höflich: „Oh, wie nett, danke für die Zucchini!“
Im August dann mit glasigem Blick: „Nein, wirklich, wir haben selber genug.“
Und spätestens wenn das dritte Mal eine Plastiktüte voll Gemüse unbeachtet vor der Haustür steht, weiß man: Zucchini sind das Währungssystem der Hobbygärtner – und keiner will sie mehr.
Ein bisschen Pflanzenkunde
Bevor ich hier voll ins Rezeptfeuerwerk gehe, ein kurzer Hintergrund für alle, die nur essen, aber nie selbst geackert haben: Die Zucchini ist botanisch eine Kürbisart (Cucurbita pepo) und stammt ursprünglich aus Mittelamerika. Über Italien kam sie nach Europa, wo ihr Name sich vom italienischen zucca („Kürbis“) ableitet. „Zucchina“ heißt eigentlich „kleiner Kürbis“ – und trotzdem entwickeln die Pflanzen gerne Früchte, die so groß sind wie ein Baseballschläger, wenn man nur einen Tag zu spät erntet.
Historisch gesehen war die Zucchini also nie als Dauerbeschäftigung für den Kühlschrank gedacht. Sie war ein pfiffiges Gemüse für schnelle, kleine Mahlzeiten. Dass wir heute ganze Dörfer damit versorgen könnten, liegt an der botanischen Superkraft dieser Pflanze: Sie produziert schneller, als wir grillen können.
Der ganz normale Zucchini-Wahnsinn im Beet
Dieses Jahr ist es mir wieder passiert. Ich dachte: „Ach, so viele werden’s schon nicht.“ Zack – binnen drei Wochen stapeln sich grüne Stangen in der Küche wie Brennholz für den Winter. Doch jetzt wird der Spiß umgedreht: wir eskalieren unsere Küchenskills und haben angefangen, kreativ zu werden.
- Zucchini-Pfannkuchen? Läuft.
- Zucchini-Salat: Yummy.
- Zucchini eingekocht? Geht los.
Meine Nachbarn sind irritiert, haben sie bemerkt, dass ich nun verdächtig selten mit einer Tüte über den Zaun winke.
Das Zucchini-Rezeptfeuerwerk
Und jetzt kommen wir zu dem, weswegen du eigentlich hier bist: Rezepte. Denn wenn wir Gärtner:innen eins können, dann ist es Improvisation. Aus einem einzigen Gemüse plötzlich zehn verschiedene Gerichte basteln – das ist unser Überlebensmodus im Juli und August.
👉 Hier folgen Schritt für Schritt die Rezepte, die wir nachgekocht haben.
Zucchini-Salat
Mit einem Sparschäler dünne Streifen runterhobeln. Ölivenöl, Weißweinessig dazu. Feta, Sesam und Chili drüber. Frischer geht´s nicht. Fertig.
Zucchini-Bandnudeln
Einfacher geht´s nicht: Zucchini mit dem Spar-Schäler in dünne Streifen hobeln, in Öl & Knoblauch etwas anbraten. Gekochte Bandnudeln dazu in die Pfanne. Alles mit Chili, Salz und Pfeffer abschmecken - fertig. 15 Minuten Arbeit.
Zucchini eingekocht
Natürlich. Sow wie saure Gurken - nur saure Zucchini. Solide eingekocht und damit für den Winter haltbar gemacht.
Gekocht, aber das Bild vergessen: Zucchin-Flatbread. Das machen wir aber nochmal und dann zeige ich dir, wie das aussieht.
In diesem Herbst werden auch extra lange gereifte Zucchini bei uns in den neuen Erdkeller in die Einlagerung kommen. Also wie Kürbisse. Wir wollen mal sehen, ob wir die Saison strecken können.
Zucchini-Weisheiten unserer Gartenfreunde
Weil ich nicht allein bin in diesem Kampf gegen das grüne Überangebot, habe ich andere Gartenmenschen gefragt: „Was macht ihr mit all dem Gemüse?“ Herausgekommen ist ein wunderbares Sammelsurium, das so bunt ist wie unsere Beete.
👉 Mein Zucchini-Thread auf Threads
Fazit: Ein Posting, das nie endet
Vielleicht ist das hier wirklich das ultimative Zucchini-Posting – nicht, weil ich alle Rezepte der Welt habe (noch nicht), sondern weil wir es jedes Jahr erweitern. So wie die Pflanzen selbst immer weiter wuchern, wächst auch dieser Beitrag. Ein bisschen wie ein digitales Beet, das niemals stillsteht.
Also: Lasst uns gemeinsam lachen, kochen und Zucchini verarbeiten. Und wenn ihr nächstes Jahr im Juli plötzlich einen vollen Kofferraum habt – keine Sorge. Ihr seid nicht allein.